Beirut + Gulag Orkestar
Noch vor ungefähr 13 Monaten hätte ich es nicht gedacht + Nach einem zweistündigen Aufenthalt gehen Thom und ich aus dem kleinen Musikladen in Porto + Ich hungrig, er glücklich + „Caro, das ist die neue heiße Scheiße“, meint er und hält mir das Album „Gulag Orkestra“ von Beirut unter die Nase + „Aha, nie gehört“, denke ich noch auf der Straße + „Oh mein Gott!“ dann im Auto + Diese Art von Musik kann niemals „die neue heiße Scheiße“ sein + Von den Trompeten bekomme ich Kopfschmerzen und diese jaulige Stimme des Sängers klingt, als hätte ihm jemand seinen Esel gestohlen und er müsse mir nun davon berichten + Stillschweigend zähle ich die Kilometer und die Stunden bis zum Ende der Autofahrt… + Tatsächlich ist aber genau dieses Album zu einem meiner meist Gehörtesten des letzten Jahres geworden + Eben gerade weil es anders ist + Weil ich diesen osteuropäischen Einfluss in der Musik bisher nicht „so gelungen“ kannte + Und weil mich diese Musik mitnimmt + Sei es zum Walzer durch den „Prenzlauerberg“ oder in die traurig schöne Melancholie + Ich liebe die Ukulele in „Postcards from Italy“ + So etwas habe ich zuvor noch nicht geliebt + Ich liebe das Tragische in Zach Cordons Stimme, ohne selbst dem Kummer zu verfallen + Ich liebe das rostig klingende Klavier und den immer wieder auftretenden Trompeteneinsatz + Herrlich schön + Wie konnte ich jemals zweifeln? + Gulag Orkestar ist ein wunderbares, unglaublich fesselndes Indie-Alum des Jahres 2007 + Und ich freue mich, Beirut mit Portugal verbinden zu können + Auch wenn es erst komisch klingt
Bodi Bill + No More Wars
Weiter geht’s auf den Straßen Portugals + Ein geliehenes Auto, ein Thom und neben Beirut etwas ganz Neues aus Berlin: Bodi Bill + Da gibt es nichts weiter zu sagen, ich bin hin und weg! „No More Wars“ ist ein Debutalbum zum Tanzen und Zuhören + Alles geht + Hauptsache nicht leise + Und wenn mein Nachbar wieder laut Falco hört, dann komm ich mit „Be Home Before Dinner“ + Wenn battlen, dann wenigstens mit Stil + Aber was labere ich hier rum? + Bodi Bill ist ein Muss und Spitzenmusik + Das möchte ich nur noch einmal gesagt haben + Danke hierfür!
Camille + Le fil
Seit April wohne ich in einer reinen Mädchen-WG und das kann beachtlichen Einfluss auf die Musikhörgewohnheiten haben + Ich höre seit April Mädchenmusik + Damit will ich sagen, dass ich Camille und deren Alben entdeckt habe + Das im letzten Jahr erschienene „le fil“ gehört daher auch zu meinen liebsten der letzten Monate + Leider verstand ich nur einen Bruchteil der französischen Texte und entschloss mich, einen Französischkurs an der Uni zu machen + Jetzt kann ich zumindest die Titel verstehen und das Wort „faire“ konjugieren + Bei den Songs konzentriere ich mich lieber auf die Mundpupsgeräusche + Die sind international verständlich und schnell lernbar + Wenn mich also jemand komische-Geräusche-machend durch die Straßen laufen sieht, können die Melodien von Camille nicht weit weg sein + Ich möchte die zauberhaften Töne der jungen Sängerin nicht mit meinem „Untalent“ versauen + Ich bin ja ein Mädchen + Wer Camille nicht kennt und aber Lust auf andere, sehr originelle französische Musik hat, der sollte sich ranhalten + Nicht umsonst ist „Le fil“ in meiner Top 2007 Liste
Shout Out Louds + Our Ill Wills
Diese Platte ist sozusagen mein Sommersoundtrack + Ich seh mich noch auf meinem Fahrrad in die Pedale treten: Tonight I have to leave + „Our Ill Wills“ ist ein Album, das ich mir nicht überhören kann + Klingen die Melodien anfangs einfach nur eingängig, fröhlich und leicht, so entdeckt man beim genaueren Hinhören (oder längeren Radtouren) doch immer wieder kleine interessante musikalische Extras, welche somit einfach keine Langeweile aufkommen lassen + Ich kann Musik schwer beschreiben + Mir gefallen die Shout Oud Louds! + So + Für mich in jedem Fall Musik zum Weiterempfehlen
Amy Winehouse + Back to Black
Und ja, verdammt, ich muss auch ehrlich sein! + Ich habe Amy Winehouse’ „Back to Black“ auf und ab gehört + Wieder bin ich nicht alleine Schuld daran + Dieses Mal liegt es am ewigen Polieren in der Nebenjobstelle + Kurz vor dem Feierabend über 100 Gläser blitzblank putzen ist echt demotivierend + Zum Glück helfen da eine gute Soundanlage und Amys dreckige Songs + Für mich heißt das: dreimal in der Woche dieselbe CD, dreimal in der Woche eine Stunde „my tears dry on their own“,“We only said goodbye with words I died a hundred times“ + Noch zwei volle Spülmaschinen + „He’s in the right place but i just can’t get joy“ + Aas trinke ich denn zum Feierabend? + “You know that I’m no good! Oh yeah!“ + Dann lief plötzlich in der Anlage Hip Hop aus den 80ern + Doch da ich so ein gewohnheitsliebender Mensch bin, hab ich von diesem Zeitpunkt an, Amy auch zu hause gehört + Ohne Polieren
Noir Désir + Des Visages Des Figures
Pünktlich zu den Sommersemesterferien gibt mein Laptop den Geist auf + Na vielen Dank! + Musik weg + Fotos weg + Mit viel Liebe empfangene E-Mails weg + Ich bin stinksauer + Die einzigen Vorteile, die ich aus dem Ableben meines tragbaren-PC-Gerätes (ich muss es so nennen, jeder der dieses Ding gesehen hat, wird es bestätigen können) ziehen konnte, sind die Wiederentdeckung der alten Lieblingsmusik und das neue Notebook +
Noir Désir gehört definitiv zur neuen alten Lieblingsmusik + Ich möchte sogar fast sagen, dass deren Song „Le vent nous portera“ mein Lieblingslied 2007 war + Aber auch nur fast + Denn irgendwie hat doch jedes Lied seine Momente und jede Band ihre Zeit